Advent 2021

Advent

Liebe Lesende, liebe Schwestern und Brüder,

eines meiner liebsten Lieder in der Advents- und Weihnachtszeit ist „Tochter Zion“. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass es 2013 Einzug in unser katholisches Gesangbuch gefunden hat und somit zum Liedgut beider großen christlichen Kirchen gehört. Die biblische Quelle dieses vorweihnachtlichen Jubelgesangs findet sich beim Propheten Zefanja im Alten Testament. Das Buch Zefanja ist eines der kürzesten Bücher der Bibel mit nur 53 Versen. Es besteht keineswegs nur, wie „Tochter Zion“ vermuten lässt, aus wunderbaren Verheißungen einer besseren Welt. Vielmehr schreibt der Verfasser eine schonungslose Darstellung des Unheilzustandes der Nachbarvölker Israels. Aber Zefanja „kehrt auch vor der eigenen Haustür“: Jerusalem nennt er eine „trotzige und schmutzige, gewalttätige Stadt“. Also kein „Friede, Freude, Eierkuchen.“ Der Prophet spricht die deprimierenden Zustände seiner Zeit an und spart nicht mit Kritik. Aber dann, 13 Verse später, bricht Zefanja in den Jubelgesang aus, in den wir in diesen Wochen immer wieder voller Vorfreude miteinstimmen:

„Juble, Tochter Zion, jauchze, Israel. Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben“ (Zef 3, 14-15a).

Wenn ich die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium lese, wird mir immer wieder bewusst, dass das Glück und die Freude dieser Welt in einer höchst unspektakulären Weise zu uns kommt: in einem Kind, das in einer Krippe in einem armseligen Stall liegt. Mitten in das Elend, den Schmutz dieser Welt wird Jesus hineingeboren, um sie in eine Zeit der Freude und des Jubels zu führen. Zefanja spricht davon, dass Gott sich mit uns freut und frohlockt. Mehr noch, dass er in neuer Liebe zu den Menschen entbrennt. Wir glauben an einen Gott, der in seiner Weise Anteil an seinen geliebten Geschöpfen nimmt, wie sie tiefer nicht sein kann. Er ist, wie der Prophet schreibt, „in deiner Mitte“. Und daher dürfen wir trotz aller Probleme und großen Sorgen dieser Zeit der Pandemie aus voller Überzeugung das Lied vom Jubel der Tochter Zion singen.

Von Herzen wünsche ich Ihnen allen im Namen aller ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von St. Josef eine frohe und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Ihr Matthias Ziemens, Propst

Grüß Gott und herzlich willkommen in der katholischen Propstei Gemeinde St. Josef!

Zwischen Bremen und der Lüneburger Heide, direkt an der Aller gelegen, befindet sich die Reiterstadt Verden mit knapp 27.000 Einwohnern. Unsere Propstei gehört zum Bistum Hildesheim und wurde nach der Reformation 1856 als Missionsgemeinde gegründet. 1893 folgte die Grundsteinlegung des heutigen Kirchengebäudes durch Dechant Bernhard Bram. Die Gemeinde ist flächenmäßig sehr groß und erstreckt sich auf rund 550 qkm. Und obwohl wir uns in der Diaspora befinden, zählen 4.500 Gemeindemitglieder zu uns.

Zu unserer Gemeinde gehören ein Kindergarten, ein Alten- und Pflegeheim, eine Ehe-, Familien- und Lebensberatungs-Stelle sowie das Netzwerk „Katholisches Familienzentrum St. Josef“. Viele engagierte Gemeindemitglieder sorgen für ein reges Leben in unserer Propstei.

Auf unseren Internet-Seiten möchten wir Ihnen unser Gemeindeleben näher bringen und Ihnen zahlreiche Informationen rund um unsere Aktivitäten und Ansprechpartner geben.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Surfen!

St. Josef Apsis