Erntedank 2020

... schön war‘s ...

Erntedankfest unter freiem Himmel

„Es regnet nicht!“ Auf diese Prognose haben wir uns bei der Planung und Vorbereitung unseres ersten Open Air-Erntedankgottesdienstes verlassen. Zwei bunte Transparente der Schüler vom GaW hingen an der Toreinfahrt, wiesen auf unseren Gottesdienst hin und viele Gemeindemitglieder haben sich einladen lassen. Geschäftiges Treiben herrschte rund um die Kirche. Viele fleißige Helferinnen und Helfer schleppten Strohballen und Blumenkannen, Getreideähren und Obstkörbe, von A wie Apfel bis Z wie Zwiebel waren so gut wie alle Gaben der Felder und Gärten zu einem farbenfrohen und prächtigen Erntedankaltar zusammengetragen worden. Um auch die Abstandsregeln einzuhalten, wurden die ca. 80 Stühle so gestellt, so dass jede und jeder einen bequemen Sitzplatz hatte. Auch für die Kleinsten waren Kinderstühle bereitgestellt – und dazwischen passte auch noch der eine oder andere Kinderwagen. So konnten wir zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie mit Jung und Alt, Groß und Klein einen fröhlichen Gottesdienst feiern. Vom Regen wurden wir verschont, aber der frische Wind machte doch allen Akteuren ziemlich zu schaffen. Die Notenblätter der Famigos mussten besonders gesichert werden und Propst Ziemens hatte einige Kürbisse, nicht nur zu Dekorationszwecken, auf dem Altar. „Dies war ein begehrtes Produkt zu Anfang der Corona-Krise“, sagte Propst Ziemens und hielt eine Rolle Toilettenpapier hoch. „Ja, und vieles mehr haben wir Menschen eingekauft, da wir nicht wussten, wie lange wir in diesem Lockdown leben müssen.“

Die Predigt war eine kleine Erinnerungsreise durch die letzten Monate. Wie ging es uns in dieser besonderen Zeit? Wir konnten lange Zeit keine Gottesdienste feiern und uns nicht begegnen. Der Domfriedhof wurde für unseren Propst und viele Menschen fast täglich zu einem Seelsorge-Ort. Was haben wir vermisst? Was wünschen wir uns? Das waren unsere Fragen für eine Postkartenaktion zur Ferienzeit und viele zurückgeschickte Gedanken sprachen uns aus dem Herzen. Viele erinnern sich vielleicht noch an den roten Teppich, der zum Pfingstfest für uns alle ausgerollt war. Dieser lag auch zum Erntedankgottesdienst wieder für uns bereit und hat uns den Weg in die Kirche und zu Gott gewiesen. ER rollt uns täglich den roten Teppich aus und macht uns Mut in dieser schwierigen Zeit. Dafür können wir dankbar sein – zu Erntedank, heute und in der kommenden Zeit.

Barbara Walther